Strom sparen, Klimakatastrophe, explodierende Energiekosten - diese Schlagworte sind zur Zeit nicht mehr zu überhören oder zu überlesen. Manchem, dem sie zum einen Ohr hineingepresst werden, kommen sie wohl schon wieder zum anderen Ohr heraus. Dennoch sind dies wichtige Themen unserer Zeit und sie führen alle letztendlich zu einem Schlagwort hin: Ökostrom.
Gerne wird die Schuld an den hohen Strompreisen immer noch dem Ökostrom zugeschoben, dennoch gibt es mittlerweile wohl keinen Energieproduzenten mehr, der nicht neben den herkömmlichen Energieformen auch auf das Standbein Ökostrom setzt. Sei es um die Gemüter der Kunden zu beruhigen und sich als umweltbewusst darzustellen oder sei es aus dem Wissen heraus, dass über kurz oder lang nur noch der Ökostrom den Markt beherrschen wird, Ökostrom darf in keinem Angebot mehr fehlen. Auch wenn der Stromanbieter noch so sehr auf Atomenergie oder fossile Brennstoffe schwört und alles andere als viel zu teuer verteufelt, so gibt es doch immer auch das Angebot an regenerativen Energien im jeweiligen Programm.
Allerdings ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom und nur weil im Strommix des Energieanbieters etwas von Sonne, Wind oder Wasser steht, so ist dieser nicht gleich ein Ökostromanbieter. Solange ein Energieunternehmen auf der einen Seite Atomstrom forciert - mit schönen Worten zur angeblichen Klimaneutralität, aber eigentlich mit der Rechnung im Kopf, aus längst abgeschriebenen Kraftwerken den größten Gewinn einzufahren - und auf der anderen Seite mit schönen Bildern von Windrädern im Sonnenschein sich als der große Umweltfreund darstellt, solange nicht wirklich allein auf regenerative Energien zurückgegriffen wird, solange kann nicht von einem Ökostromanbieter gesprochen werden. Denn der Strom der aus der Steckdose kommt ist immer der gleiche. Es gibt keinen grünen oder roten oder schwarzen Strom. Es gibt aber Stromproduzenten, die sich wirklich der Umwelt und dem Klima verpflichtet fühlen und deshalb ausschließlich Strom aus regenerativen Quellen in die Leitung einspeisen. Was hinten herauskommt ist immer der gleiche Strom, aber was eingespeist wird, das ist die Frage. Wer also alles benutzt, egal ob Kohle, Öl, Atom oder Sonne kann sicher nicht als Ökostromanbieter bezeichnet werden.
Aber es entstehen immer mehr kleinere Energieunternehmen, die ausschließlich regenerative Energien verkaufen und genau die sind es, die wirklich Ökostrom liefern. Je mehr es von ihnen gibt, je mehr regenerative Energien eingespeist werden, desto besser wird auch der Mix, der letztendlich aus meiner Steckdose kommt.
Ökostrom